Einer der Ausgangspunkte für die organisierte Geflügelzucht in Württemberg war der Stadtbereich Stuttgart. Insbesondere durch die Gründung des Stuttgarter Vereins- heute der Verein der Geflügel- und Vogelfreunde Stuttgart- im Jahr 1872. Dieser Verein war von großer Bedeutung für den Landesverband und Kreisverband. Er war Vorläufer unseres Landesverbandes, der 1879 gegründet wurde.
1907
In diesem Jahr wurde der Groß- Stuttgartgau, der spätere Kreisverband Geflügel gegründet. Er bestand damals aus 3 Vereinen mit 184 Mitgliedern.
1930
In der Gewerbehalle in Stuttgart wurde eine Landesgeflügelschau veranstaltet. In dieser Zeit waren die Vereine Cannstatt und die Geflügel- und Vogelfreunde die maßgebenden Vereine.
1933
Dies war das Gründungsjahr des Kreisverbandes Kaninchen.
1934
In Stuttgart wurde die erste Nationale Rassegeflügelschau- es war die 31. – abgehalten. Wegen des 2. Weltkrieges war es für Deutschland für lange Zeit die Letzte.
1937
Es kam zu einer Neueinteilung der politischen Kreise. In diesem Zusammenhang wurde eine neue Kreiseinteilung festgelegt und seitdem sind wir der Kreisverband Geflügel. Seit ihrer Gründung sind beide Kreisverbände stetig gewachsen, bedingt durch die damaligen Verhältnisse- die mageren Nachkriegsjahre. Viele Familien waren zur Selbstversorgung gezwungen und so wurden in vielen Gärten Kleintiere für die Gewinnung von Fleisch, Eier, Milch, Federn und Fellen gehalten. Dies waren gute Bedingungen für die Kleintierzucht. Der Kreisverband Geflügel bestand in den Jahren 1956 – 1959 aus 32 Ortsvereinen mit einem hohen Anteil an aktiven Geflügelzüchtern.
Stuttgart war ein beliebter und bewährter Ausstellungsstandort für Landesschauen und nationale Großschauen und dies ganz besonders ab dem Jahr 1954 in den Messehallen auf dem Killesberg. Von da an war der Weg unserer Kreisverbände arbeitsreich und mit Großschauen gepflastert. Nahezu jedes Jahr eine Großschau. Im Überblick wurden folgende Großschauen veranstaltet:
8 Bundes- Kaninchenschauen
1 Europa- Kaninchenschau
11 Landes- Kaninchenschauen
3 Nationale- Rassegeflügelschauen
5 Deutsche Taubenschauen
ca. 30 Landes- Geflügelschauen
Hinzu kommen Landesrammlerschauen, Kreisschauen für Geflügel und Kaninchen, Kreisjugend- Jungtierschauen und die regelmäßige Präsentation der Rassekaninchen- und Rassegeflügelzucht bei den landwirtschaftlichen Hauptfesten auf dem Cannstatter Wasen.
Unabhängig davon wer diese Schauen veranstaltet hat, sie waren immer mitgetragen durch die tatkräftige Mitarbeit unsere Kreisverbandsmitglieder. Die ist eine großartige Leistung die nicht genug gewürdigt werden kann. Kein Kreisverband in den Landesverbänden kann ähnliches nachweisen. Sämtliche Großschauen der Kaninchen wurden vom Landesverband veranstaltet.
Die vier nationalen Rassegeflügelschauen und fast alle Landesverbandschauen Geflügel wurden von den Geflügel- und Vogelfreunden Stuttgart durchgeführt. Veranstalter der 5 Deutschen Rassetaubenschauen war der Taubenzüchterverein Groß- Stuttgart und Umgebung. Beide Vereine sind Mitglieder im Kreisverband.
1967
In diesem Jahr feierte der Kreisverband Geflügel sein 60 jähriges Bestehen mit einer Kreisschau in Stuttgart Botnang. Dieser Verein veranstaltete die meisten Kreisverbandsschauen für Kaninchen und Geflügel.
1970
Auf dem Killesberg fand die 9. Bundeskaninchenschau statt, die gleichzeitig die erste Europaschau der Rassekaninchenzüchter war.
1972
Jubiläums- Landesgeflügelschau und deutsche Zwerghuhnschau mit 10617 ausgestellten Tieren, anlässlich des 100 jährigen Bestehen der Geflügel und Vogelfreunde Stuttgart.
1975
In Stuttgart Weilimdorf wurde die erste gemeinsame Jugend- Jungtiervergleichschau der beiden Kreisverbände im Vereinsheim abgehalten. Die Förderung der Jugend war und bleibt von großer Bedeutung.
1978
Der Kreisverband der Rassekaninchenzüchter war der Veranstalter der 13. Bundeskaninchenschau mit 25500 Kaninchen.
1982
Landesgeflügelschau mit Jugendinformationsschau zum 110- jährigen Bestehen der Geflügel- und Vogelfreunde.
1987
In diesem Jahr wurde ein heute noch geltender Weltrekord aufgestellt. Es war die 18. Bundeskaninchenschau mit insgesamt 37000 Nr. Kaninchen.
1991
Die 40. Deutsche Rassetaubenschau war die 5. und größte Taubenschau auf dem Killesberg mit ca. 13000 Rassetauben.
1992
Zum 120- jährigen Jubiläum der Geflügel- und Vogelfreunde wurde wieder eine Landesgeflügelschau mit Landesverbands- Jugendschau veranstaltet.
An dieser Stelle ist hervorzuheben, dass die Kreisverbände zahlreiche, bundesweit erfolgreiche Spitzenzüchter, die zahlreiche Erfolge wie Europameister, Deutsche Meister, Bundesmeister, Bundessieger, Landesmeister, Landessieger, BDRG- Siegerbänder, VDT- Ehrenbänder und LV- Ehrenbänder errungen haben. Wir haben mehrere Meister der BW Rassegeflügelzucht in unseren Reihen und zahlreiche Preisrichter für Geflügel und Kaninchen.
Obwohl in diesem Jahr eine Landesgeflügelschau verbunden mit der Messe Animal in der Neuen Messe auf den Fildern veranstaltet wird stellt sich trotzdem die Frage: was wird aus dem Ausstellungsstandort Stuttgart?
1967
Am 25. Oktober 1967 richtete der Landestagsabgeordnete Paul Doll, unser späterer Landesverbandsvorsitzende gemeinsam mit einer Reihe von Abgeordneten einen Antrag an den Landtag, daß bei der Aufstellung von Flächennutzungs- und Bauleitplänen ausreichende Flächen zur Schaffung von Dauergemeinschaftsanlagen für Kleingärtner und Kleintierzüchter ausgewiesen werden. Paul Doll hat zudem bewirkt, dass uns die Gemeinnützigkeit zugesprochen wurde.
1968
Es kam zum gemeinsamen Erlass des Innenministeriums und des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Weinbau und Forsten über die Berücksichtigung von Gemeinschaftsanlagen.
Dies war die Geburtsstunde unserer Gemeinschaftszuchtanlagen.
1974
Vom Landwirtschaftsministerium wurde die erste staatliche Förderung für Gemeinschaftszuchtanlagen für die Landesverbände für Württemberg und Baden in Höhe von DM 450000, - ausbezahlt. Weitere Fördermittel wurden uns in den Folgejahren zugeteilt. Deshalb von den Stuttgarter Ortsvereinen die heute eine Zuchtanlage besitzen- es sind 17- an dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön. Diese Zuchtanlagen sind und werden besonders in der Zukunft für unsere Ortsvereine lebensnotwendig sein.
1979
Der Landesverband der Rassegeflügelzüchter wurde 100 Jahre alt. Dieses Jubiläum wurde gefeiert beim Landeszüchtertag in der Sängerhalle Untertürkheim, veranstaltet vom Kreisverband Geflügel unter der Leitung von Walter Gehring. Die Jubiläums-Landesgeflügelschau fand vom 15. -16. Dezember mit 9670 Tieren wieder auf dem Killesberg statt.
1985
Die neue Satzung des Kreisverbandes der Kaninchenzüchter e. V. wird ins Vereinsregister eingetragen.
1990
Der Kreisverband Geflügel erreicht einen Höchststand von 1344 Mitgliedern und 147 Jugendlichen in nur noch 26 Ortsvereinen.
1991
Fast gleichzeitig erreichte der Kreisverband der Kaninchenzüchter seinen Höchststand- 1089 Mitglieder in 21 Ortsvereinen.
Leider sind die Ortsvereine Uhlbach, Berg, Kaltental, Obertürkheim, Fellbach, Heslach, Degerloch, Gablenberg, Cannstatt und Prag zwischenzeitlich aufgelöst worden.
Unsere Kreisvorsitzenden soweit aus den Aufzeichnungen ersichtlich waren:
Beim Kreisverband Kaninchen
Hermann Keller
Fritz K. Welz
Anton Heßlinger 1973 – 1978
Horst Carle 1978 - 1996
Joachim Oehler 1996 - 2oo5
Beim Kreisverband Geflügel
Anton Rieger
Alfred Blessing
Josef Unsöld 1956 - 1962
Walter Gehring 1962 - 1993
Eberhard Ebinger 1993 - 1995
Friedrich Mödinger 1995 - 2001
Steffen Gottschlich 2002 – 2005
Aus den Reihen unserer Kreisverbände gingen nicht nur Spitzenzüchter sondern auch Spitzenfunktionäre hervor. Folgende Mitglieder waren als Landesverbandsvorsitzende tätig:
Bei den Rassekaninchenzüchtern
Walter Kölz
Anschließend wurde er zum Präsidenten des ZDRK gewählt
Manfred Rommel
Bei den Rassegeflügelzüchtern
Gustav Mödinger
Karl Mayer
Walter Gehring
Zu den herausragenden Persönlichkeiten unserer Kreisverbände im einzelnen:
Im Bereich Rassegeflügelzucht
Karl Mayer
Langjähriger Vorsitzende der Geflügel- und Vogelfreunde Stuttgart
Langjähriger Landesverbandsvorsitzende
Ausstellungsleiter der Nationalen Rassegeflügelschauen
Mitinitiator für den Bau unserer Zuchtanlagen
Walter und Margarete Gehring, die ihren Mann während seiner Amtszeiten in allen Belangen tatkräftig unterstützte
Walter Gehring
31 Jahre Kreisverbandvorsitzender – heute unser Kreisehrenvorsitzender
Langjähriger Landesverbandsvorsitzender
Ausstellungsleiter der meisten Landesgeflügelschauen und Organisator der meisten Präsentationen bei den Landwirtschaftlichen Hauptfesten
Langjähriger Vorsitzende der Geflügel- und Vogelfreunde
Er pflegte sehr guten Kontakt zu den zuständigen Behörden
Sämtliche Ehrungen wurden ihm zuteil
Werner Krauss
Vereinsvorsitzender seit 1966
Ausstellungsleiter der meisten Kreisverbandsschauen
Langjähriger Landesverbandskassier
Organisator beim Aufbau der Vereinszuchtanlage
Robert Bock
Langjähriger Vereinsvorsitzende und Vorsitzende im Taubenverein Groß-Stuttgart
Ausstellungsleiter von 2 Rassetaubenschauen
1 Landesgeflügelschau
Organisator beim Aufbau der Vereinszuchtanlage
Kurt Fischer
- Landesverbandsvorsitzender
Vorsitzender vom Verein der seltenen Hühnerrassen
Der einzige Fachbuchautor aus unseren Reihen
Anerkannter Rassegeflügelpreisrichter
Im Bereich Rassekaninchenzucht
Walter Kölz
Spitzenzüchter von Rassekaninchen Europameister
Viele Jahre Landesverbandsvorsitzender
Viele Jahre Präsident des ZDRK
Manfred Rommel
Spitzenzüchter von Rassekaninchen
Langjähriger Landesverbandsvorsitzender
Ausstellungsleiter von Großschauen
Jüngster ZDK – Meister
Beide wurden mit schon 33 Jahren als einzige Deutsche vom Französischen Landwirtschaftsministerium mit dem Merite Agricole ausgezeichnet.
Hugo Frech
Ausgezeichneter Rassekaninchenpreisrichter
Helmut Braun
Adolf Lauster
Else Vetter
Viele Jahre war sie Frauengruppenleiterin, sie war eine Institution im Kreisverband der Kaninchenzüchter
Sie sind hier für alle weiteren verdienten Mitglieder genannt.
2002
Die Satzung für den Kreisverband Geflügel wurde zur Verabschiedung gebracht.
2004
Der KLZV- Gerlingen veranstaltete zu seinem 100-jährigen Jubiläum die erste gemeinsame Kreisschau für Geflügel und Kaninchen. Es wurden 750 Tiere zu dieser Schau gemeldet.
2005
Dies ist ein Meilenstein in der Geschichte unserer beiden Kreisverbände. Nach längeren Überlegungen und Beratungen vollzogen wir bei der Jahreshauptversammlung am 25.02. im Vereinsheim des KLZV- Weilimdorf den Zusammenschluss beider Kreisverbände. Zum 1.Vorsitzenden des neuen Kreisverbandes wählten wir Joachim Oehler und zum 2. Vorsitzenden Steffen Gottschlich.
Unser Kreisverband besteht heute aus 23 Vereinen mit 932 Mitgliedern, 5 Frauengruppen und 85 Jugendlichen.
Die Rahmenbedingungen für die Kleintierzucht sind heute schwieriger denn je. Ich nenne da nur die Vogelgrippe. Wir können nur hoffen, daß sie dem Bereich Stuttgart möglichst fern bleibt und die Auflagen für Haltung und Ausstellungen angemessen bleiben und möglichst wenig Geflügelzüchter wegen diesen Auflagen resignieren.
Gerade in dieser hochtechnisierten Zeit ist unser Hobby- die Kleintierzucht- der richtige Ausgleich gegenüber dem Umgang mit Computern, Internet und Handy. Unser Hobby pflegt den Kontakt zur Natur und den Tieren, fördert das Verantwortungsbewußtsein und die Kameradschaft.
Wir sind immer getragen von der Liebe zu unseren Tieren und der Freude am schönen Tier.
Wir verwalten und bewahren eine große Genreserve durch die Vielfalt unserer Rassen. Diese Genreserve ist wiederum Grundlage für die Wirtschaftstierzucht. Aus diesen Gründen ist die Kleintierzucht allemal förderlich.
Unserem Kreisverband wünschen wir weiterhin einen guten Kontakt zu den zuständigen Behörden und eine aktive und weitsichtige Vorstandschaft, die den Kreisverband auf einem guten Weg in die Zukunft führt.
Text: Walter Hermann
Von 2005 bis 2026 – Gemeinsam für Zucht, Tradition und Zukunft
Das Jahr 2005 markiert einen wichtigen Wendepunkt in der Geschichte der organisierten Rassegeflügel- und Rassekaninchenzucht in Stuttgart. Aus zwei eigenständigen Kreisverbänden entstand ein gemeinsamer Kreisverband, der seitdem die Interessen der Rassegeflügel- und Rassekaninchenzüchter im Raum Stuttgart unter einem gemeinsamen Dach vertritt.
Die folgenden Jahre waren geprägt von organisatorischen Veränderungen, erfolgreichen Ausstellungen, hervorragenden züchterischen Leistungen, engagierter Jugendarbeit, neuen Formen der Öffentlichkeitsarbeit und nicht zuletzt von großen Herausforderungen wie Vogelgrippe und Corona-Pandemie.
Diese Chronik möchte die Entwicklung seit dem Zusammenschluss 2005 nachzeichnen und dabei nicht nur die Verbandsgeschichte, sondern auch die Menschen sichtbar machen, die diese Entwicklung durch ihre ehrenamtliche und züchterische Arbeit geprägt haben.
2005 – Ein historischer Zusammenschluss
Am 25. Februar 2005 fand im Vereinsheim des KLZV Weilimdorf ein für die Stuttgarter Kleintierzucht historisches Ereignis statt: Die beiden bis dahin getrennt bestehenden Kreisverbände der Rassegeflügel- und Rassekaninchenzüchter wurden zu einem gemeinsamen Kreisverband zusammengeschlossen.
Damit entstand der heutige
Kreisverband der Rassegeflügelzüchter und Rassekaninchenzüchter Stuttgart e.V.
Zum ersten Vorsitzenden des neuen gemeinsamen Kreisverbandes wurde Joachim Oehler, zum zweiten Vorsitzenden Steffen Gottschlich gewählt.
Der neue Kreisverband startete mit einer beachtlichen Größe. Ihm gehörten damals 23 Vereine mit 932 Mitgliedern, fünf Frauengruppen und 85 Jugendlichen an.
Der Zusammenschluss war weit mehr als eine rein organisatorische Veränderung. Er sollte die Kräfte beider Sparten bündeln, die Zusammenarbeit stärken und gegenüber Landesverbänden, Behörden und Öffentlichkeit eine gemeinsame Interessenvertretung schaffen.
Schon zu dieser Zeit zeichneten sich allerdings Herausforderungen ab, die die Kleintierzucht bis heute begleiten. Insbesondere die Vogelgrippe und die damit verbundenen behördlichen Auflagen stellten die Geflügelzüchter vor neue Probleme. Gleichzeitig wurde die Bedeutung der Kleintierzucht für Naturverbundenheit, Jugendarbeit, Kameradschaft und den Erhalt genetischer Vielfalt hervorgehoben.
2006–2009 – Der gemeinsame Kreisverband wächst zusammen
Nach dem Zusammenschluss galt es zunächst, die Strukturen der beiden bisherigen Kreisverbände zu einem gemeinsamen Verband zusammenzuführen.
Die Ortsvereine behielten ihre Eigenständigkeit. Gleichzeitig entstand eine gemeinsame Plattform für die beiden großen Fachbereiche Rassegeflügel und Rassekaninchen.
Die Kreisverbandsarbeit umfasste weiterhin die Betreuung der Vereine, die Organisation gemeinsamer Veranstaltungen, die Jugendförderung, die Unterstützung der Züchter und die Interessenvertretung gegenüber den übergeordneten Verbänden.
Dabei konnte der neue Kreisverband auf eine außergewöhnlich erfolgreiche Vergangenheit zurückblicken. Schon die historische Chronik nennt zahlreiche Europa- und Deutsche Meister, Bundesmeister, Bundessieger, Landesmeister und Landessieger aus den Reihen der Stuttgarter Züchterschaft.
Diese erfolgreiche Tradition sollte auch nach dem Zusammenschluss fortgesetzt werden.
2007 – 100 Jahre organisierte Geflügelzucht in Stuttgart
Im Jahr 2007 rückte zugleich die lange Geschichte der organisierten Rassegeflügelzucht in Stuttgart in den Blickpunkt.
Bereits 1907 war der Groß-Stuttgartgau gegründet worden, aus dem später der Kreisverband der Rassegeflügelzüchter hervorging.
Damit verband der 2005 neu entstandene Kreisverband eine jahrzehntelange Tradition mit einer modernen gemeinsamen Organisationsform.
Die Geschichte zeigte bereits damals: Die Stuttgarter Rassegeflügel- und Rassekaninchenzucht war nie nur auf einzelne Vereine beschränkt. Sie war und ist ein Netzwerk aus Ortsvereinen, Sondervereinen, Clubs, Jugendgruppen, engagierten Funktionären und erfolgreichen Züchtern.
2010 – Der Kreisverband Stuttgart geht ins digitale Zeitalter
Das Jahr 2010 stellt einen weiteren wichtigen Meilenstein dar.
Unter maßgeblicher Initiative von Rainer Salzer wurde die offizielle Homepage des Kreisverbandes Stuttgart aufgebaut und eingeführt.
Damit erhielt der Kreisverband erstmals eine eigene offizielle digitale Präsenz im Internet und wurde bereits zu einem Zeitpunkt digital sichtbar, als dies für viele Vereine und Verbände noch keineswegs selbstverständlich war.
Die neue Homepage eröffnete völlig neue Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit. Termine, Veranstaltungen, Informationen, Ansprechpartner und Ergebnisse konnten unabhängig von Rundschreiben und Fachpresse veröffentlicht und einem wesentlich größeren Kreis zugänglich gemacht werden.
Rainer Salzer führte den Kreisverband Stuttgart damit bereits 2010 in das digitale Zeitalter.
Rückblickend war dies ein wegweisender Schritt. Aus der damaligen Internetpräsenz entwickelte sich im Laufe der Jahre ein wichtiges Instrument für die Außendarstellung und Kommunikation des Kreisverbandes.
Heute, mehr als 15 Jahre später, ist die digitale Öffentlichkeitsarbeit aus der Verbandsarbeit nicht mehr wegzudenken.
2011 – Der Süddeutsche Zwerghuhnzüchterclub und seine Stuttgarter Tradition
Ein besonderer Bestandteil der Stuttgarter Rassegeflügelzucht ist der Süddeutsche Zwerghuhnzüchterclub.
Der Club wurde bereits 1911 gegründet und hat seinen Sitz in Stuttgart.
Organisatorisch ist der Süddeutsche Zwerghuhnzüchterclub eigenständig und nicht Bestandteil des Kreisverbandes. Aufgrund seiner langen Geschichte, seines Sitzes in Stuttgart und seiner engen Verbindung zur Stuttgarter Züchterschaft gehört er jedoch unbedingt zum Gesamtbild der Rassegeflügelzucht in der Landeshauptstadt.
Der Club steht beispielhaft für die Bedeutung der Sondervereine: Neben der allgemeinen Vereinsarbeit ermöglichen sie eine besonders intensive Beschäftigung mit einzelnen Rassen und Farbenschlägen, fördern den fachlichen Austausch und verbinden Züchter weit über die Grenzen des Kreisverbandes hinaus.
2012–2015 – Fachwissen, Gemeinschaft und Nachwuchs
Die folgenden Jahre waren von kontinuierlicher Vereins- und Verbandsarbeit geprägt.
Tierbesprechungen, Jungtierschauen und Ausstellungen bildeten wichtige Treffpunkte für die Züchter. Gleichzeitig gewann die Jugendförderung weiter an Bedeutung.
Die Kreisverbandsarbeit verband dabei zunehmend drei Bereiche:
Zucht – Gemeinschaft – Öffentlichkeitsarbeit.
Gerade für junge Züchter waren die Kreisveranstaltungen ein wichtiger Einstieg in das Ausstellungsgeschehen. Sie konnten erste Erfahrungen sammeln, Tiere vorstellen und sich mit erfahrenen Züchtern austauschen.
Parallel entwickelten sich die spezialisierten Zuchtgemeinschaften weiter. Der Süddeutsche Zwerghuhnzüchterclub blieb dabei ein wichtiger fachlicher Ansprechpartner für die Zwerghuhnzucht und pflegte seine eigenen Tierbesprechungen, Stammschauen und Clubveranstaltungen.
2016 – Kreisjungtierschau als gemeinsames Schaufenster
Die Kreisjungtierschauen entwickelten sich zu einem wichtigen Bestandteil des Jahreskalenders.
Ein besonders schönes Beispiel für die Zusammenarbeit verschiedener Organisationen war die Kreisjungtierschau 2016 in Stuttgart-Neuwirtshaus.
Dort arbeiteten mehrere Organisationen zusammen. Neben dem ausrichtenden Verein beteiligten sich unter anderem die Geflügel- und Vogelfreunde Zuffenhausen und der Süddeutsche Zwerghuhnzüchterclub.
Mit einem Schaubrüter und einem Wachtelkükenschlupf wurde die Zucht auch für Familien und Kinder erlebbar.
Solche Veranstaltungen machten deutlich, dass der Kreisverband nicht nur eine organisatorische Ebene zwischen Vereinen und Landesverbänden ist. Er ist vielmehr eine Plattform, auf der sich die verschiedenen Bereiche der Kleintierzucht begegnen.
2017–2019 – Die nächste Generation übernimmt Verantwortung
In diesen Jahren zeigte sich immer deutlicher, dass die Jugendförderung Früchte trug.
Ein herausragendes Beispiel war Chris Rösch, der sich im Bereich der Zwerghühner zu einem sehr erfolgreichen Nachwuchszüchter entwickelte.
2018 konnte er mit seinen weißen Zwerg-Seidenhühnern den Titel des Württembergischen Jugendmeisters erringen.
2019 folgte ein außergewöhnliches Erfolgsjahr. Chris Rösch wurde Württembergischer Jugendmeister, Süddeutscher Meister und Deutscher Jugendmeister.
Damit gelang einem jungen Züchter aus dem Umfeld der Stuttgarter Züchterlandschaft der Sprung von der Kreis- über die Landes- und süddeutsche Ebene bis zur deutschen Spitze.
Diese Erfolge waren zugleich ein eindrucksvoller Beleg für die Bedeutung einer funktionierenden Jugend- und Vereinsarbeit.
2020 – Corona verändert das Vereinsleben
Mit dem Beginn der Corona-Pandemie wurde das Vereins- und Ausstellungsgeschehen grundlegend verändert.
Versammlungen, Tierbesprechungen, Ausstellungen und gesellschaftliche Veranstaltungen konnten teilweise nicht oder nur unter erheblichen Einschränkungen stattfinden.
Gerade eine Gemeinschaft, deren Stärke in der persönlichen Begegnung liegt, wurde dadurch vor besondere Herausforderungen gestellt.
Gleichzeitig zeigte sich die Bedeutung der bereits Jahre zuvor begonnenen Digitalisierung. Informationen konnten zunehmend über Internetseiten, E-Mail und andere digitale Kommunikationswege weitergegeben werden.
Die Entwicklung, die 2010 mit der offiziellen Homepage des Kreisverbandes begonnen hatte, erwies sich damit als besonders wertvoll.
2021 – Corona, Vogelgrippe und neue Herausforderungen
Auch 2021 blieb die Lage schwierig.
Neben der Corona-Pandemie stellte insbesondere die Vogelgrippe die Rassegeflügelzüchter vor erhebliche Unsicherheiten.
Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen wurden große Ausstellungen vorbereitet.
Bei der gemeinsamen Landesschau der Landesverbände Baden und Württemberg-Hohenzollern in Ulm war Rainer Salzer für den Bereich der Einladungen verantwortlich.
Dies zeigt exemplarisch, dass sich engagierte Mitglieder aus dem Stuttgarter Umfeld nicht nur als erfolgreiche Züchter, sondern auch in der Organisation überregionaler Veranstaltungen einbrachten.
2022 – Neustart und Anerkennung für ehrenamtliches Engagement
2022 konnte das Vereins- und Ausstellungsgeschehen zunehmend wieder aufgenommen werden.
Ein besonderer Höhepunkt für die Zwerghuhnzucht war die Durchführung der VZV-Bundestagung in Baden-Württemberg, die vom Süddeutschen Zwerghuhnzüchterclub organisiert wurde.
Damit konnte der Stuttgarter Club seine überregionale Bedeutung erneut unter Beweis stellen.
Auch Rainer Salzer erhielt 2022 eine besondere Anerkennung für sein langjähriges Engagement. Beim Landeszüchtertag in Untermünkheim wurde ihm die Goldene Bundesehrennadel verliehen.
Diese Ehrung steht beispielhaft für die Bedeutung des Ehrenamtes innerhalb der Rassegeflügelzucht.
2023 – Die Stuttgarter Züchter melden sich zurück
Nach den schwierigen Jahren mit Pandemie und Vogelgrippe kehrte 2023 wieder zunehmend Normalität in das Ausstellungsgeschehen zurück.
Bei den großen Landes- und Süddeutschen Schauen konnten Züchter aus dem Umfeld des Kreisverbandes wieder zahlreiche Erfolge erringen.
Besonders eindrucksvoll setzte sich die Erfolgsgeschichte der Jugend fort.
Chris Rösch wurde mit seinen Zwerg-Seidenhühnern mehrfach Württembergischer Jugendmeister und mit seinen weißen Zwerg-Seidenhühnern zusätzlich Süddeutscher Meister. Hinzu kamen Bundesjugendmedaillen und weitere Ehrenbänder.
Auch bei der Kreisjungtierschau in Fellbach-Schmiden konnten Stuttgarter Züchter ihre Tiere erfolgreich präsentieren.
Damit wurde sichtbar: Die Stuttgarter Kleintierzucht hatte die schwierigen Jahre nicht nur überstanden, sondern knüpfte wieder an ihre erfolgreiche Ausstellungstradition an.
2024 – Jugend, Zuchtqualität und Gemeinschaft
2024 setzte sich diese Entwicklung fort.
Die Kreisjungtierschau wurde erneut in Fellbach-Schmiden durchgeführt und brachte die verschiedenen Sparten der Stuttgarter Kleintierzucht zusammen.
Gleichzeitig setzte sich die Erfolgsgeschichte der jungen Züchter fort.
Chris Rösch wurde erneut Deutscher Jugendmeister. Bei der Süddeutschen Junggeflügelschau errang er außerdem zum dritten Mal in Folge den Titel des Süddeutschen Meisters und konnte seinen bereits fünften Württembergischen Jugendmeistertitel feiern.
Diese Erfolge sind ein besonders eindrucksvolles Beispiel dafür, wie aus kontinuierlicher Jugendförderung langfristige züchterische Spitzenleistungen entstehen.
2025 – Ein erfolgreiches Jahr für die Stuttgarter Züchter
2025 wurde zu einem weiteren wichtigen Jahr in der jüngeren Geschichte des Kreisverbandes.
Die Kreisverbandsjungtierschau fand am 6. und 7. September in Fellbach-Schmiden statt. Sie zeigte erneut die ganze Bandbreite der angeschlossenen Züchter.
Dabei wurden Kaninchen, Hühner, Zwerghühner und Tauben präsentiert. Die Kreisjungtierschau dokumentierte damit eindrucksvoll die gemeinsame Arbeit des Kreisverbandes.
Gleichzeitig standen die großen überregionalen Schauen im Mittelpunkt.
Stefan Töpper – Spitzenleistungen in der Kaninchenzucht
Ein herausragender Name der jüngeren Kaninchenzucht ist Stefan Töpper.
Bei der Bundeskaninchenschau erreichte er mit seinen Zwergwiddern thüringerfarbig 389,5 Punkte und erhielt dafür die Goldene Plakette des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.
Auch bei der folgenden Bundeskaninchenschau bestätigte er seine außergewöhnliche züchterische Qualität erneut mit 388,5 Punkten.
Solche Ergebnisse gehören in die Geschichte des Kreisverbandes, weil sie zeigen, dass Züchter aus seinem Umfeld auch auf höchster Bundesebene zur Spitze gehören.
Lucia Wild – Handarbeit und Kreativität als Teil der Kaninchenzucht
Die Geschichte des Kreisverbandes umfasst nicht nur die Zucht und Ausstellung lebender Tiere.
Ein wichtiger Bestandteil der Kaninchenzucht sind auch die Handarbeits- und Kreativgruppen.
Hier hat Lucia Wild über viele Jahre eine besondere Rolle übernommen.
Sie engagiert sich sowohl züchterisch als auch organisatorisch und steht inzwischen auf Landesebene an verantwortlicher Stelle für die HuK-Arbeit. Im Landesverband Württemberg und Hohenzollern wurde sie erneut als Verantwortliche für die HuK-Gruppen bestätigt.
Damit steht Lucia Wild beispielhaft für eine Sparte, die die Kaninchenzucht um handwerkliche, kreative und kulturelle Aspekte erweitert.
2026 – Offenburg: Ein gemeinsamer baden-württembergischer Höhepunkt
Ein besonderer Höhepunkt der jüngeren Verbandsgeschichte war der 10. und 11. Januar 2026.
In Offenburg fand die 1. Gemeinsame Kleintierschau der Landesverbände Baden und Württemberg-Hohenzollernstatt.
Für die Stuttgarter Züchter wurde diese Veranstaltung zu einem außergewöhnlichen Erfolg.
In mehreren Sparten konnten hervorragende Ergebnisse erzielt werden.
Stefan Töpper – zweimal Baden-Württembergischer Meister
Stefan Töpper errang mit seinen Zwergwiddern gleich zwei Baden-Württembergische Meistertitel:
- Zwergwidder marderfarbig braun – 384,0 Punkte
- Zwergwidder siamesenfarbig gelb – 383,0 Punkte
Darüber hinaus stellte er bei den Zwergwiddern thüringerfarbig ein Siegertier mit 97,5 Punkten.
Damit bestätigte er seine herausragende Stellung in der Kaninchenzucht.
Lucia Wild – Baden-Württembergische Meisterin
Auch Lucia Wild sorgte in Offenburg für einen besonderen Erfolg.
Mit 194,5 Punkten erreichte sie die Bestleistung in ihrer Kategorie.
Mit einer Einzelbewertung von 97,0 Punkten wurde sie Baden-Württembergische Meisterin.
Damit wurde auch die HuK-Arbeit des Kreisverbandes auf höchster Ebene sichtbar.
Rainer Salzer – Höchstnote und Schwabenband
Auch die Geflügelzüchter des Kreisverbandes konnten in Offenburg zahlreiche Erfolge feiern.
Besonders hervorzuheben ist Rainer Salzer mit seinen Deutschen Zwerg-Wyandotten weiß.
Er erreichte die Höchstnote „vorzüglich“ mit 97 Punkten und wurde dafür mit einem Schwabenband ausgezeichnet.
Darüber hinaus erhielt er für seine Zucht einen Leistungspreis des BDRG.
Damit verbindet sich bei Rainer Salzer eine erfolgreiche züchterische Tätigkeit mit einem langjährigen ehrenamtlichen Engagement für die Rassegeflügelzucht.
Weitere herausragende Geflügelerfolge 2026
Die Erfolge der Stuttgarter Züchter in Offenburg beschränkten sich keineswegs auf einzelne Personen.
Auch Alexander Baur, Helmuth Meltzer, Alexander Eigner, Günther Schreiber, Thomas Angstenberger und Marco Campo konnten mit ihren Tieren bedeutende Auszeichnungen erringen.
Vergeben wurden unter anderem Baden-Württemberg-Bänder, Gelbe Bänder und Schwabenbänder. Mehrere Tiere erreichten die Höchstnote „vorzüglich“.
Damit wurde die gesamte Breite und Qualität der Geflügelzucht innerhalb des Kreisverbandsumfeldes sichtbar.
Der Süddeutsche Zwerghuhnzüchterclub – Tradition, Fachwissen und Zukunft
Ein besonderer Platz innerhalb der Stuttgarter Rassegeflügelzucht bleibt dem Süddeutschen Zwerghuhnzüchterclubvorbehalten.
Seit seiner Gründung 1911 steht der Club für die spezialisierte Zwerghuhnzucht und verbindet Züchter über Vereins- und Kreisgrenzen hinweg.
Tierbesprechungen, Stammschauen, Clubschauen und die Förderung junger Züchter gehören zu seinen wesentlichen Aufgaben.
Gerade in Zeiten rückläufiger Mitgliederzahlen gewinnen solche spezialisierten Gemeinschaften an Bedeutung. Sie erhalten Rassen und Farbenschläge, bewahren Fachwissen und schaffen eine Plattform für den Austausch zwischen erfahrenen und jungen Züchtern.
Die erfolgreiche Entwicklung von Nachwuchszüchtern wie Chris Rösch zeigt eindrucksvoll, was durch diese Verbindung von Jugendförderung, Fachwissen und Gemeinschaft möglich ist.
2026 – Der Kreisverband im Wandel
Im Jahr 2026 blickt der Kreisverband auf mehr als zwei Jahrzehnte gemeinsamer Arbeit seit dem Zusammenschluss von 2005 zurück.
Damals gehörten ihm 23 Vereine mit 932 Mitgliedern und 85 Jugendlichen an.
Heute sind die Rahmenbedingungen deutlich schwieriger.
Die Kleintierzucht steht unter anderem vor folgenden Herausforderungen:
- rückläufige Mitgliederzahlen,
- Nachwuchsgewinnung,
- Überalterung einzelner Vereinsstrukturen,
- steigende Anforderungen an Tierhaltung und Tierschutz,
- Vogelgrippe und veterinärrechtliche Auflagen,
- Erhalt von Vereinsheimen und Zuchtanlagen,
- Zukunft des Ausstellungsgeschehens,
- sowie die notwendige Digitalisierung der Vereins- und Verbandsarbeit.
Gerade deshalb ist es wichtig, die Leistungen der Züchter sichtbar zu machen.
Die heutigen Erfolge zeigen, dass die Stuttgarter Kleintierzucht trotz aller Veränderungen weiterhin leistungsfähig und lebendig ist.
Vom Zusammenschluss zur modernen Gemeinschaft
Betrachtet man die Entwicklung seit 2005, wird deutlich, wie sehr sich der Kreisverband verändert hat.
Aus dem Zusammenschluss zweier traditioneller Kreisverbände entwickelte sich eine gemeinsame Interessenvertretung.
2010 wurde mit der von Rainer Salzer eingeführten offiziellen Homepage ein wichtiger Schritt in Richtung Digitalisierung gemacht.
Die folgenden Jahre brachten erfolgreiche Jugendzüchter, Meistertitel auf Landes-, süddeutscher und Bundesebene sowie zahlreiche erfolgreiche Aussteller hervor.
Die Corona-Pandemie und die Vogelgrippe stellten die Züchter vor bisher unbekannte Herausforderungen.
Und dennoch gelang es, das Vereinsleben wieder aufzubauen und an die großen Erfolge früherer Jahrzehnte anzuknüpfen.
Die Erfolge von Rainer Salzer, Stefan Töpper, Lucia Wild, Chris Rösch und vielen weiteren Züchterinnen und Züchtern sind dabei nicht nur persönliche Erfolge.
Sie sind Teil einer gemeinsamen Geschichte.
2005–2026 – Eine Erfolgsgeschichte der Gemeinschaft
Die Chronik des Kreisverbandes Stuttgart ist deshalb nicht die Geschichte eines einzelnen Vereins.
Sie ist die Geschichte vieler Menschen und Organisationen:
der Ortsvereine, der Jugendgruppen, der HuK-Gruppen, der Sondervereine, des Süddeutschen Zwerghuhnzüchterclubs, der Preisrichter, der Funktionäre und natürlich der Züchterinnen und Züchter.
Sie alle tragen dazu bei, dass die Rassegeflügel- und Rassekaninchenzucht in Stuttgart erhalten bleibt.
Die großen Titel und Auszeichnungen sind dabei die sichtbaren Höhepunkte.
Dahinter stehen jedoch unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit:
Zuchtplanung, Tierpflege, Stallarbeit, Jungtieraufzucht, Ausstellungsorganisation, Käfigaufbau, Tierbesprechungen, Vereinsversammlungen, Jugendarbeit und Öffentlichkeitsarbeit.
Das alles macht die Kleintierzucht zu weit mehr als einem Hobby.
Sie ist gelebtes Ehrenamt, Gemeinschaft, Tradition und aktiver Erhalt genetischer Vielfalt.
Blick in die Zukunft
2026 steht der Kreisverband Stuttgart erneut an einem Wendepunkt.
Die Herausforderungen sind groß. Doch die Geschichte zeigt, dass die Stuttgarter Züchterschaft immer wieder bereit war, sich auf Veränderungen einzustellen.
Die Einführung der Homepage 2010 war ein solcher Schritt.
Die Bewältigung der Pandemie war ein weiterer.
Die heutigen Bemühungen um moderne Öffentlichkeitsarbeit und Digitalisierung sind der nächste.
Gleichzeitig bleibt das Fundament unverändert:
die Liebe zum Tier, die Freude an der Zucht und die Gemeinschaft der Menschen, die dieses Ehrenamt tragen.
Die Erfolge der vergangenen Jahre machen Mut.
Ob bei den Kaninchen mit Stefan Töpper, bei der HuK-Arbeit mit Lucia Wild, bei den Deutschen Zwerg-Wyandotten von Rainer Salzer, in der Zwerghuhnzucht und Jugendarbeit oder bei den zahlreichen weiteren erfolgreichen Züchterinnen und Züchtern des Kreisverbandes – die Stuttgarter Kleintierzucht hat auch im 21. Jahrhundert ihre Leistungsfähigkeit bewiesen.
Tradition verpflichtet – und Zukunft braucht Engagement.
Der Kreisverband der Rassegeflügelzüchter und Rassekaninchenzüchter Stuttgart e.V. wird deshalb auch künftig daran arbeiten, die jahrzehntelange Tradition zu bewahren, neue Wege zu gehen und insbesondere junge Menschen für die faszinierende Welt der Rassegeflügel- und Rassekaninchenzucht zu begeistern.
Die Geschichte seit 2005 zeigt: Die Stuttgarter Kleintierzucht hat eine große Vergangenheit – und sie hat Zukunft.
Text: Rainer Salzer
